Industrie und Technik

Båstnäs – wo der Wald die Autos zurückholt

Mitten im schwedischen Wald stehen sie plötzlich: alte Autos, eines neben dem anderen, manche sogar übereinandergestapelt.

Rostige Karosserien, zerbrochene Scheiben und längst verblasste Farben – dazwischen wachsen Moose, Gräser und kleine Bäume. Die Natur scheint sich die Fahrzeuge Stück für Stück zurückzuholen.

Es ist schon eine ziemlich merkwürdige Atmosphäre, durch diesen Wald zu laufen. Hinter jedem Baum wartet das nächste Autowrack und ich weiß irgendwann gar nicht mehr, wohin ich zuerst schauen oder fotografieren soll.

Und natürlich gibt es auch Geschichten darüber, wie all diese Fahrzeuge hierhergekommen sind.

War es einfach ein großer Schrottplatz? Oder steckt doch mehr dahinter und hier wurden früher Fahrzeuge zerlegt, über die Grenze gebracht und wieder zusammengesetzt?

Darüber scheiden sich bis heute die Geister.

Wo die Züge stehen geblieben sind

Wo früher Züge unterwegs waren, herrscht heute Stillstand.

Alte Waggons und Lokomotiven, Rost, verwitterte Details und die Spuren unzähliger Fahrten machen diesen Ort zu einem wunderbaren Fotomotiv.

Beim Blick in die alten Abteile fragt man sich automatisch, wohin diese Züge wohl einmal gefahren sind und welche Menschen mit ihnen unterwegs waren.

Genau das mag ich an solchen Orten: Die Geschichten sind längst vorbei, aber ein paar ihrer Spuren sind geblieben.

Nachtrag 2025:
Mittlerweile hat sich hier einiges verändert. Aus dem ehemaligen Lost Place ist ein Freiluftmuseum entstanden – wieder einmal ein Beispiel dafür, dass auch verlassene Orte nicht für immer verlassen bleiben.


Stolberg – ein Lost Place auf Zeit

Zwischen Rost und verwittertem Metall steht er da – ein alter Panzer, der auf den ersten Blick wie ein vergessenes Relikt aus vergangenen Zeiten wirkt.

Für mich natürlich ein spannendes Fotomotiv. Rostige Oberflächen, schwere Formen und jede Menge Details, an denen die Zeit ihre Spuren hinterlassen hat.

Doch so verlassen, wie es hier manchmal scheint, ist das Gelände bei Stolberg nahe Aachen nicht.

Denn immer wieder kehrt Leben ein und das Areal wird als Truppenübungsplatz genutzt.

Dann ist Schluss mit Lost-Place-Atmosphäre – und selbstverständlich auch mit dem freien Zugang.

Ein Ort also, bei dem man vorher unbedingt darauf achten sollte, ob und wo das Betreten aktuell erlaubt ist.


Zeche Du Gouffre – Licht, Rost und alte Industrie

Die ehemalige Zeche Du Gouffre ist einer dieser Orte, an denen die Vergangenheit noch überall sichtbar ist.

Große, lichtdurchflutete Hallen, alte Industriearchitektur und Wände voller Graffiti schaffen eine ganz eigene Atmosphäre. Durch die großen Öffnungen fällt das Licht auf rostige und verwitterte Details – für mich natürlich wieder jede Menge spannende Fotomotive. :)

Die Gebäude wurden als Stahlbetonkonstruktionen errichtet und mit Ziegeln ausgefacht. Inzwischen hat die Zeit allerdings deutliche Spuren hinterlassen und die Bausubstanz ist an vielen Stellen stark verfallen.

Seit 1969 wird hier keine Kohle mehr abgebaut.

Geblieben sind die alten Gebäude – und mit ihnen ein Stück Industriegeschichte, das langsam immer weiter verschwindet.


Charleroi – gebaut und nie benutzt

Verlassene Bahnsteige, leere Gleise und darüber der Blick auf Charleroi – ein ziemlich ungewöhnlicher Ort.

Alles scheint darauf zu warten, dass gleich ein Zug einfährt oder Menschen über den Bahnsteig laufen.

Doch genau das ist hier nie passiert.

Die Stationen wurden gebaut, aber nie regulär genutzt. Zurück blieben Gleise, Bahnsteige und eine Infrastruktur, die ihren eigentlichen Zweck nie erfüllen durfte.

Heute liegt eine eigenartige Stille über dem Gelände.

Für mich macht gerade dieser Widerspruch den besonderen Reiz aus: gebaut, um benutzt zu werden – und doch nie wirklich in Betrieb gegangen.


Pleistalwerk – Industriegeschichte im Verfall

Das Pleistalwerk, auch als Zeche Plato bekannt, ist ein Stück alter Industriegeschichte.

Wo früher gearbeitet, produziert und verladen wurde, sind heute nur noch Mauern, alte Maschinen und die Spuren des ehemaligen Betriebs geblieben.

Die reichen Tonvorkommen rund um Pleis bildeten einst die Grundlage der Produktion. Aus dem Ton entstanden unter anderem Ziegel, feuerfeste Steine und Tonröhrchen.

Heute hat sich das Bild völlig verändert. Die Natur erobert das Gelände langsam zurück und der Verfall ist an vielen Stellen deutlich sichtbar.

Wichtig: Mittlerweile besteht auf dem Gelände akute Einsturzgefahr. Alte Fotos erzählen die Geschichte eines Ortes – sie sind aber kein Grund, sich heute dafür in Gefahr zu bringen.


Alte Norton – wenn die Fabrik verschwindet

Leere Werkhallen, verwitterte Wände und ein paar zurückgelassene Details – viel erinnert heute nicht mehr daran, dass in der Alten Norton einmal täglich gearbeitet wurde.

Wo früher Schleifmittel, Sandpapier und feuerfeste Produkte hergestellt wurden, haben inzwischen Zeit und Natur das Kommando übernommen.

Licht fällt durch kaputte Fenster, Pflanzen suchen sich ihren Weg durch das Gebäude und Graffiti bringen neue Farben auf die alten Wände. Von der eigentlichen Produktion ist kaum noch etwas zu erkennen. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – hat der Ort eine ganz eigene Atmosphäre.

Industrie ist verschwunden. Geblieben sind Licht, Verfall, Natur und Kunst.


Im Kühlturm – ein ziemlich surrealer Blick nach oben

Schon von Weitem ragt der gewaltige Kühlturm über das ehemalige Kraftwerksgelände.

Doch erst wenn man direkt davorsteht, bekommt man eine Vorstellung von seinen Dimensionen.

Noch beeindruckender wird es im Inneren. Plötzlich stehe ich unter dieser riesigen Konstruktion, schaue nach oben und fühle mich ziemlich klein.

Die Formen, das einfallende Licht und die gewaltige Öffnung über mir wirken fast surreal. Einer dieser Orte, bei denen die Kamera kaum vermitteln kann, wie groß das Ganze tatsächlich ist.

Einst gehörte der Kühlturm zu einem der großen Kohlekraftwerke Europas, 2007 wurde das Kraftwerk stillgelegt.

Für mich bleibt aber vor allem dieser eine Blick in Erinnerung:

mitten im Kühlturm stehen und einfach nur nach oben schauen. Grandios.


Malbergbahn – unten Museum, oben Spurensuche

Die alte Malbergbahn bei Bad Ems ist ein schönes Stück Vergangenheit.

Die ehemalige Talstation wurde inzwischen hergerichtet und erinnert heute als kleines Museumsstück an die Zeit, als die Bahn noch hinauf auf den Malberg fuhr.

Doch für mich wird es eigentlich erst weiter oben richtig spannend. ;)

Wer dem Verlauf der alten Bahnstrecke folgt und im Wald ein bisschen genauer hinschaut, kann noch weitere Spuren entdecken. Überwuchert, verwittert und teilweise von der Natur zurückerobert, erzählen sie ihre ganz eigene Geschichte.

Unten wird die Vergangenheit bewahrt – oben im Wald muss man sie ein bisschen suchen.


Bahnbetriebswerk Dillenburg – Spuren einer anderen Zeit

Seit vielen Jahren liegt das ehemalige Bahnbetriebswerk in Dillenburg verlassen da.

Wo früher Lokomotiven und Eisenbahner zum täglichen Bild gehörten, herrscht heute weitgehend Stille. Doch ganz verschwunden ist die Vergangenheit nicht.

Zwischen alten Mauern, Gleisresten und verwitterten Details finden sich noch immer Spuren des früheren Bahnbetriebs. Manches entdeckt man sofort, anderes erst beim genaueren Hinsehen. Und genau diese kleinen Überbleibsel sind es, die mich an solchen Orten faszinieren.

Stillgelegt und verlassen – aber die Vergangenheit ist noch längst nicht ganz verschwunden.