Dolce Vita a la Toscana

Siena – mit einem ungeplanten Umweg in die Toskana

Nach unserem Kurzbesuch in Venedig sollte es eigentlich direkt weiter in die Toskana gehen.

Eigentlich, denn ein platter Reifen sorgte erst einmal für einen ungeplanten Tag Pause. Nicht unbedingt die Art von Auszeit, die man sich im Urlaub wünscht. 

Dann endlich ging es weiter nach Siena, wo wir auf dem Campingplatz Siena Colleverde eincheckten. Für eine Stadtbesichtigung ist der Platz ideal, denn nur wenige Meter entfernt befindet sich eine Bushaltestelle mit guter Verbindung ins Zentrum.

Siena uns vom ersten Moment an begeistert.

Die alten Häuser, die engen Gassen und dieses wunderbare mittelalterliche Flair – hier macht es einfach Spaß, ohne großen Plan durch die Altstadt zu laufen und zu schauen, was hinter der nächsten Ecke wartet.

Natürlich führte unser Weg auch zur berühmten Piazza del Campo. Der muschelförmige Platz ist das Herz der Stadt und Schauplatz des berühmten Pferderennens Palio di Siena, bei dem die verschiedenen Stadtviertel, die sogenannten Contraden, gegeneinander antreten.

Rund um die Piazza reiht sich ein Lokal ans nächste. Also suchten auch wir uns einen Platz, machten Pause und beobachteten einfach eine Weile das lebhafte Treiben.

Manchmal ist das sowieso das schönste Sightseeing. 

Crete Senesi – die andere Seite der Toskana

Von Siena ging es für uns weiter nach Asciano. Diesmal stand nicht Stadtbesichtigung, sondern Wandern auf unserem Programm.

Unser Ziel war die Crete Senesi – und die zeigte uns eine völlig andere Seite der Toskana.

Wer bei der Toskana sofort an sattgrüne Weinberge, Zypressenalleen und üppige Landschaften denkt, wird hier erst einmal überrascht sein. Rund um Asciano bestimmen weite, karge Hügel, trockene Böden und ungewöhnliche Formen das Bild.

Wir schnürten also die Wanderschuhe und machten uns auf den Weg durch diese besondere Hügellandschaft. Immer wieder blieben wir stehen, schauten über die weite Landschaft und genossen die Ruhe.

Toskana einmal ganz anders – rauer, weiter und irgendwie faszinierend.

Volterra – manchmal ist Plan B die bessere Idee

Nach unserer Wanderung durch die Crete Senesi ging es weiter Richtung San Gimignano.

Zumindest war das der Plan.

Doch weder auf dem Stellplatz noch auf dem Campingplatz war für unser Womi noch ein Plätzchen frei. Also nicht lange ärgern – die Zeit reichte noch locker, um weiter nach Volterra zu fahren.Dort hatten wir mehr Glück und fanden auf dem örtlichen Stellplatz noch einen freien Platz. 

Der Tag war noch jung und so machten wir uns direkt auf den Weg hinauf in die historische Stadt. Oben angekommen, schlenderten wir durch die alten Gassen und stellten schnell fest, dass unser ungeplanter später Besuch sogar einen Vorteil hatte: Die meisten Tagestouristen waren bereits wieder auf dem Heimweg.

So konnten wir Volterra ganz entspannt entdecken, durch die Gassen ziehen und die besondere Atmosphäre der alten Stadt genießen.

San Gimignano – schön, aber ganz schön voll

Nach einer ruhigen Nacht in Volterra wollten wir San Gimignano doch noch eine zweite Chance geben.

Diesmal fanden wir einen Parkplatz in einem Industriegebiet, auf dem bereits einige andere Wohnmobile standen. Von dort machten wir uns zu Fuß auf den Weg hinauf zur Stadt.

Oben angekommen, erwartete uns allerdings eine völlig andere Atmosphäre als am Abend zuvor in Volterra.

Der mittelalterliche Stadtkern von San Gimignano ist ohne Frage sehenswert – nur war es bei unserem Besuch so voll, dass wir vor lauter Menschen teilweise kaum noch etwas von der Stadt wahrnehmen konnten.

Also machten wir genau das, was sich auf solchen Reisen schon öfter bewährt hat: Wir bogen einfach ab.

Weg von den großen Besucherströmen und hinein in die kleineren Gassen am Rand des historischen Zentrums. Und plötzlich wurde es ruhiger.

Hier konnten wir wieder genauer hinschauen, schöne Ecken entdecken und San Gimignano doch noch von einer Seite erleben, die uns gefiel.