Drei Tage am Vierwaldstättersee – wo fangen wir an?
Zwei Ziele stehen für mich allerdings von Anfang an fest:
die Rigi und der Pilatus.
Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie wir beides in unsere drei Tage bekommen.
Rigi – 72 Franken für die Aussicht
Am ersten Tag steht direkt die Rigi auf meinem Programm.
Morgens fahre ich nach Weggis und besorge mir dort ein Tagesticket für Seilbahn und Zahnradbahn.
72 Schweizer Franken.
Da muss man erst einmal kurz schlucken.
Mit der Gondel geht es hinauf und anschließend weiter mit der Zahnradbahn Richtung Gipfel.Oben angekommen bin ich natürlich nicht allein. Wie erwartet zieht es jede Menge Besucher auf die Rigi – bei dieser Aussicht allerdings auch kein Wunder.
Also suche ich mir erst einmal ein schönes Plätzchen und genieße den Blick über den Vierwaldstättersee und die umliegende Bergwelt.
Rigi – zu Fuß Richtung Kaltbad
Vom Gipfel auf Rigi Kulm mache ich mich auf den Weg zur Kessibodenhütte.
Aber bevor richtig gewandert wird, gibt es erst einmal Zwetschgenwähe und eine Tasse Kaffee. Man muss so einen Wandertag schließlich nicht unnötig hektisch beginnen.
Danach geht es weiter über Rigi Staffel bis zum Känzeli.
Und obwohl der Weg wunderbar zu laufen ist, komme ich nicht besonders schnell voran. Nicht weil die Beine nicht wollen, sondern weil es unterwegs einfach ständig etwas zu sehen gibt.
Immer wieder bleibe ich stehen, genieße die Aussicht und schaue mir die Natur am Wegesrand an. Pflanzen, Schmetterlinge, alles, was summt und brummt – und hoch über mir große Greifvögel, die sich von der Thermik immer weiter nach oben tragen lassen.
Vom Känzeli führt mich mein Weg schließlich weiter nach Rigi Kaltbad.
Und bis dahin habe ich wahrscheinlich öfter angehalten als Kilometer gezählt.
Rigi Kaltbad – Spa oder weiterwandern?
In Rigi Kaltbad angekommen, wirkt erst einmal alles angenehm ruhig. Der kleine Ort ist autofrei, es gibt ein paar Hotels und Geschäfte und natürlich das bekannte Mineralbad mit Spa.
Vom Weg aus kann ich den Menschen im Außenbecken und auf der Sonnenterrasse zuschauen.
Sieht durchaus verlockend aus.
Aber statt ins warme Wasser zieht es mich noch ein Stück weiter Richtung Rigi Felsentor.
Irgendwann stelle ich erstaunt fest, dass es tatsächlich schon Nachmittag ist. Die vielen kleinen Stopps unterwegs haben wohl doch mehr Zeit gekostet als gedacht.
Also drehe ich langsam um und mache mich wieder auf den Weg nach Rigi Kaltbad zur Seilbahn.
Pilatus – heute wird es hochalpin
Gestern die Rigi, heute der Pilatus.
Und der ist noch einmal ein ganz anderes Kaliber.
Schon die Fahrt nach oben ist ein Erlebnis. Mit bis zu 48 Prozent Steigung arbeitet sich die Zahnradbahn den Berg hinauf – definitiv etwas für Bahnliebhaber.
Ich finde vor allem die Kombination aus Steigung, Landschaft und den immer neuen Ausblicken beeindruckend. Je höher die Bahn kommt, desto karger wird die Umgebung, bis schließlich kaum noch etwas an die sanfte Landschaft der Rigi vom Vortag erinnert.
Ich entscheide mich gegen die Gipfelwege und für den Drachenweg, eine Felsengalerie, die teilweise direkt durch den Berg führt.
Meine Höhenangst ist natürlich auch mitgekommen. Die bleibt ja leider nicht einfach unten an der Talstation. Trotzdem gehe ich weiter – und werde mit fantastischen Ausblicken belohnt.
Rigi und Pilatus – zwei Berge, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und beide auf ihre Art beeindruckend.
Rund um den Vierwaldstättersee – drei Tage sind einfach zu wenig
Rund um den Vierwaldstättersee gibt es so viel zu entdecken, dass meine drei Tage eigentlich nur für einen ersten Eindruck gereicht haben.
Berge, kleine Orte, Wanderwege und natürlich der See selbst – hinter jeder Kurve wartet gefühlt schon das nächste Ziel.
Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann die Gegend wunderbar vom Wasser aus bei einer Bootstour erkunden. Aber auch mit dem Fahrrad lässt sich einiges entdecken und man kommt dabei bestimmt an Ecken vorbei, die man mit dem Auto einfach übersehen würde.