Traumreise Sansibar

Sansibar – noch einmal etwas ganz anderes

Bevor wir bei unseren Reisen wieder auf einen CamperVan umsteigen, soll es noch einmal etwas ganz anderes sein.

Unsere Wahl fällt auf Sansibar – mit Sonne, Meer, einer für uns völlig neuen Kultur und einem ganz besonderen Wunsch von mir: eine Safari auf dem tansanischen Festland.

Allein die Vorbereitung zeigt schon, dass diese Reise etwas anders wird. Impfungen prüfen, Malariarisiko abklären, Visum beantragen und natürlich überlegen, was alles mit muss.

Das Visum beantragen wir bereits vor der Reise online – ein Punkt weniger, um den wir uns nach der Ankunft kümmern müssen.

Und dann geht es endlich los.

Nach insgesamt rund 24 Stunden Reisezeit erreichen wir morgens gegen fünf Uhr unser Hotel auf Sansibar.

Von exotischem Inselfeeling bekommen wir allerdings erst einmal nicht besonders viel mit.

Unser erstes Reiseziel heißt schlicht und einfach: Bett. ;)

Alles andere kann warten.


Endlich angekommen auf Sansibar

Gegen Mittag sind wir wieder halbwegs unter den Lebenden und unser erster Weg führt uns natürlich zur Strandbar.

Etwas zu essen und vor allem Kaffee – dann kann der Urlaub beginnen. ;)

Anschließend erkunden wir erst einmal in Ruhe unser Hotel und den Strand. Die Anlage ist großzügig angelegt und sehr gepflegt, überall tropische Pflanzen und natürlich Palmen.

Auch der hoteleigene Strandabschnitt bietet reichlich Platz. Unter den Palmen finden wir angenehm schattige Plätze und können zum ersten Mal so richtig wahrnehmen, wo wir hier eigentlich gelandet sind.

Nach der langen Anreise heißt es für uns deshalb erst einmal:

Nichts müssen, ankommen und Sansibar auf uns wirken lassen. :)

Urlaubsparadies mit zwei Seiten

Nur wenige Meter vor unserem Hotelstrand beginnt eine andere Welt.

Dort warten Einheimische und bieten Schmuck, Kleidung, Souvenirs und Ausflüge an. Damit die Hotelgäste nicht ständig angesprochen werden, achten Angestellte darauf, dass die Verkäufer eine bestimmte Grenze zum Hotelstrand nicht überschreiten.

Das ist auf der einen Seite angenehm – schließlich möchte man auch einfach einmal in Ruhe am Strand liegen. Gleichzeitig fühlt es sich für mich merkwürdig an.

Denn nur ein paar Meter trennen unseren unbeschwerten Urlaub von Menschen, die versuchen, hier ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Natürlich können wir selbst zu den Verkäufern gehen, mit ihnen sprechen und etwas kaufen. Auch zwischen den Hotels stehen kleine Hütten und Verkaufsstände, an denen so ziemlich alles angeboten wird, was Urlauber mit nach Hause nehmen könnten.

Weniger angenehm erleben wir einige sehr hartnäckige Kontaktversuche am Strand. Gerade alleinreisende Frauen werden teilweise gezielt angesprochen und es entstehen scheinbar persönliche Kontakte, aus denen später Bitten um Geld werden können. Sicherlich lässt sich das nicht auf jeden übertragen – aber es ist etwas, das uns während unseres Aufenthalts auffällt.

Unsere Tage am Strand genießen wir trotzdem sehr.

Und doch bleibt bei mir immer wieder dieses etwas zwiespältige Gefühl:

Wie selbstverständlich genießen wir unser kleines Urlaubsparadies, während direkt davor das Leben für viele Menschen ganz anders aussieht.

Das gehört für mich genauso zu dieser Reise wie Palmen, weißer Sand und türkisfarbenes Meer.

Unterwegs – aber irgendwie anders

Da unser Hotel an der Ostküste liegt und die Wege zu vielen Zielen auf Sansibar recht weit sind, haben wir mehrere organisierte Ausflüge gebucht.

Die sind interessant und wir sehen einiges von der Insel. Trotzdem fehlt uns etwas.

Von unseren Wohnmobilreisen – nach wie vor unsere liebste Art zu reisen – sind wir es gewohnt, einfach irgendwo abzubiegen, anzuhalten, länger zu bleiben oder spontan einen Ort zu entdecken.

Hier werden wir abgeholt, zum Ziel gefahren, schauen uns alles an und fahren wieder zurück.

Praktisch – aber manchmal bleibt bei uns das Gefühl, Sansibar hauptsächlich aus touristischer Perspektivekennenzulernen.

Jozani Forest – wo sind die Affen?

Unser erster Ausflug führt uns in den Jozani Forest. Besonders gespannt sind wir auf die Roten Kolobusaffen, die nur auf Sansibar vorkommen.

In meiner Vorstellung spazieren wir natürlich durch den Wald und entdecken irgendwann zwischen den Bäumen die ersten Affen.

Nun ja … die Affen haben andere Pläne. ;) Sie sitzen ausgerechnet in der Nähe der Straße.

Und mit ihnen sind plötzlich gefühlt sämtliche Touristentaxis der Insel da. Menschen laufen kreuz und quer, Kameras und Handys werden gezückt und alle versuchen, einen möglichst guten Blick auf die Affen zu bekommen.

Was für ein Gewusel!

Aber eigentlich können wir uns darüber kaum beschweren.

Schließlich sind wir aus genau demselben Grund hier. ;)

Gewürzfarm – riechen, raten und probieren

Ein weiterer Ausflug führt uns am Vormittag auf eine Gewürzfarm.

Unser deutschsprachiger Guide zerreibt Blätter zwischen den Fingern, hält sie uns unter die Nase und dann dürfen wir raten, welches Gewürz sich dahinter verbirgt.

Klingt einfach.

Ist es aber nicht immer. ;)

Während des Rundgangs sehen wir, wie die verschiedenen Gewürze wachsen, erfahren einiges über ihre Verarbeitung und wofür sie verwendet werden. Ein Mitarbeiter der Farm zeigt uns außerdem ganz praktisch, was man mit manchen Pflanzen noch alles machen kann – unter anderem als natürliche Schminke.

Es wird gerochen, geraten, ausprobiert und vor allem viel gelacht.

Zum Abschluss beobachten wir noch einen Palmenkletterer, bevor wir uns durch jede Menge frisches Obst probieren dürfen.

Und natürlich gibt es anschließend die Gelegenheit, Gewürze zu kaufen. Bei einigen ist der Unterschied zu dem, was bei uns zu Hause im Supermarktregal steht, tatsächlich deutlich zu riechen und zu schmecken.

So macht Lernen doch Spaß – besonders wenn man sich dabei durch Obstberge naschen darf. ;)

Prison Island – ziemlich große Schildkröten

Nach unserem Besuch auf der Gewürzfarm geht es weiter Richtung Stone Town. Bevor wir dort die Altstadt erkunden, fahren wir allerdings erst noch mit dem Boot nach Prison Island.

Und dort warten ein paar ziemlich beeindruckende Bewohner auf uns: Aldabra-Riesenschildkröten.

Schon allein ihre Größe ist faszinierend.

Am Eingang bekommen wir große Kohlblätter, mit denen wir die Schildkröten füttern dürfen. Und spätestens jetzt wird klar, dass „Riesenschildkröte“ nicht nur auf den Panzer bezogen ist.

Die können auch riesige Bissen. ;)

Mit erstaunlichem Appetit und deutlich hörbarem Kauen verschwinden die Kohlblätter Stück für Stück.

So beeindruckend die Tiere sind, ein kleiner Wermutstropfen bleibt für mich trotzdem: Das begehbare Gehege könnte an manchen Stellen deutlich sauberer sein. Gerade bei einem Ort, an dem täglich so viele Menschen unterwegs sind, finde ich das schade.

Trotzdem bleiben uns vor allem diese uralten, imposanten Tiere in Erinnerung.

Und dieses sehr, sehr gründliche Kauen. ;)

Stone Town – einfach ins Gewusel eintauchen

Zurück auf Sansibar geht es hinein nach Stone Town.

Der Name kommt nicht von ungefähr: Viele der alten Gebäude wurden aus Korallenstein errichtet. Viel spannender finde ich allerdings das Gewirr aus schmalen Gassen, in dem man ziemlich schnell jede Orientierung verliert.

Manchmal haben wir das Gefühl, mitten durch ein Gebäude oder Hotel zu laufen, nur um dahinter plötzlich wieder in der nächsten Gasse zu stehen.

Und überall ist Leben.

Menschen, Fahrräder und Motorräder teilen sich die engen Wege, Händler bieten ihre Waren an, kleine Geschäfte quellen fast bis auf die Straße und auf den Plätzen sitzen Männer zusammen, reden, spielen und beobachten das Treiben.

Unser Guide nennt das ganz einfach „Blabla machen“. ;)

Während wir durch die Stadt laufen, erzählt er uns auch einiges über das alltägliche Leben und die muslimischen Traditionen, die Sansibar stark prägen. Dabei fällt uns auf, dass auf diesen Treffpunkten vor allem Männer zusammensitzen. Frauen begegnen wir natürlich ebenfalls in den Gassen und Geschäften, doch unser Guide beschreibt die Rollenverteilung in vielen Familien noch als eher traditionell.

Neben dem Islam gehören auch christliche und hinduistische Gemeinschaften zum Leben auf Sansibar.

Für uns ist Stone Town vor allem eines:

laut, eng, wuselig, manchmal verwirrend – und unglaublich spannend zu beobachten.

Darajani Basar – mittendrin statt nur zuschauen

Ein besonderes Highlight ist für mich auf Reisen fast immer der Besuch eines Marktes.

Ich liebe diese Betriebsamkeit, die Farben, die Art, wie die Waren präsentiert werden – und vor allem die Möglichkeit, einfach ein bisschen das alltägliche Leben zu beobachten.

So natürlich auch auf dem Darajani Basar.

Überrascht bin ich, dass hier gar nicht so viele Touristen unterwegs sind, wie ich erwartet hatte. Stattdessen kaufen viele Einheimische ein und wir sind mittendrin im ganz normalen Marktgeschehen.

Wobei „normal“ natürlich Ansichtssache ist. ;)

Einige Anblicke und vor allem Gerüche sind für unsere Nasen durchaus gewöhnungsbedürftig. Manch ein Tourist tritt da ziemlich schnell den Rückzug an.

Ich halte mich eigentlich für recht hartgesotten – aber spätestens im Bereich mit den lebenden Hühnern ist auch meine persönliche Geruchsgrenze erreicht.

Interessant? Absolut. Länger bleiben? Eher nicht. ;)