Fort de la Chartreuse – zwischen Mauern und Vergangenheit

Verlassene Räume, lange Gänge und verwitterte Mauern – im Fort de la Chartreuse bei Lüttich hat die Zeit deutliche Spuren hinterlassen.

Die Natur erobert sich immer mehr zurück, was einst von Menschen gebaut und genutzt wurde. Dazwischen finden sich noch kleine Details, die von der Vergangenheit erzählen.

Ein paar fotografische Eindrücke zwischen Verfall, Natur und Geschichte.


Kloster Kruiz – stille Spuren

Zwischen alten Mauern und verlassenen Räumen ist es still geworden.

Im Kloster Kruiz finden sich noch viele kleine Spuren der Vergangenheit. Verwitterte Wände, leere Räume und das Licht, das durch alte Fenster fällt, schaffen eine ganz eigene Atmosphäre.

Manchmal braucht ein Lost Place gar nicht viele Worte.

Ein paar fotografische Eindrücke von einem Ort, an dem vor allem die Stille ihre Geschichte erzählt.


Wünsdorf – ein Ort mit dunkler Vergangenheit

Verlassene Gebäude, lange Flure und die Spuren jahrzehntelanger militärischer Nutzung prägen die sogenannte Verbotene Stadt Wünsdorf.

Doch hier fällt es mir schwer, nur die Architektur und den Verfall zu sehen.

Wünsdorf war über Jahrzehnte ein bedeutender Militärstandort. Während der Zeit des Nationalsozialismus befanden sich hier zentrale Einrichtungen des Oberkommandos des Heeres. Das Wissen darum, dass von hier aus auch der von Deutschland begonnene Zweite Weltkrieg geplant und geführt wurde, liegt wie ein dunkler Schatten über dem Ort.

Später nutzte die sowjetische Armee große Teile des Geländes. Heute stehen viele der Gebäude leer und erzählen von den unterschiedlichen Kapiteln dieser militärischen Vergangenheit.

Für mich ist Wünsdorf deshalb mehr als ein spannender Lost Place.

Es ist ein Ort, der neugierig macht, aber gleichzeitig nachdenklich stimmt.


Teufelsberg – vom Kalten Krieg zur Kunstbühne

Beton, Graffiti, die markanten weißen Kuppeln und dazu ein weiter Blick über Berlin – der Teufelsberg ist ein Lost Place der etwas anderen Art.

Während des Kalten Krieges wurde der Berg für eine amerikanische Abhörstation genutzt. Heute erinnern vor allem die Gebäude und die weithin sichtbaren Radarkuppeln an diese Zeit.

Doch inzwischen hat sich der Ort verändert.

Wo früher streng geheim gearbeitet wurde, bestimmen heute Street-Art und Graffiti das Bild. Fast jede freie Wand scheint zur Leinwand geworden zu sein und hinter der nächsten Ecke wartet schon wieder ein neues Motiv.

Und ganz nebenbei gibt es von dort oben auch noch einen ziemlich großartigen Blick über Berlin. 


Wüsteneutzsch – eine Schleuse ohne Wasser

Eine Schleuse mitten auf dem Feld?

Zugegeben, besonders spektakulär sieht das Bauwerk bei Wüsteneutzsch auf den ersten Blick nicht aus. Aber spätestens die Frage, warum hier überhaupt eine Schleuse steht, macht die Sache interessant.

Sie sollte einmal Teil des Elster-Saale-Kanals werden. Doch das Kanalprojekt wurde nicht vollendet und die Arbeiten kamen zum Erliegen.

Zurück blieb unter anderem diese Schleuse – nur eben ohne den Kanal, für den sie ursprünglich gebaut wurde.

Heute steht das mächtige Bauwerk etwas verloren in der Landschaft.

Ein Lost Place, bei dem nicht der Verfall, sondern vor allem die Geschichte dahinter spannend ist.

 


Altes Polizeipräsidium Frankfurt – hinter verschlossenen Türen

Von außen lässt sich kaum erahnen, welche Geschichten sich hinter der Fassade des Alten Polizeipräsidiums in Frankfurt verbergen.

Hier wurde gearbeitet, ermittelt und verhört. Menschen saßen in den Arrestzellen, und auch einige Mitglieder der RAFwaren zeitweise hier inhaftiert.

Beim Gang durch die langen Flure und verlassenen Räume bekommt das Gebäude deshalb noch einmal eine ganz andere Wirkung. Besonders die alten Zellen lassen einen unweigerlich darüber nachdenken, was sich hinter diesen Türen abgespielt haben mag.

Ich habe das Gebäude im Rahmen einer gebuchten Führung besucht – eine gute Möglichkeit, einen solchen Ort legal zu erkunden und gleichzeitig etwas über seine Geschichte zu erfahren.

Nach aktuellem Stand sollen Führungen noch bis voraussichtlich 2027 angeboten werden. Wer das Alte Polizeipräsidium selbst sehen möchte, sollte vorher prüfen, welche Termine noch verfügbar sind.


Kloster M. – stille Spuren vergangener Zeiten

Stille Flure, verwitterte Mauern und kleine Spuren des früheren Lebens – in diesem verlassenen Kloster bei Boppard scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein.

Beim Gang durch die Räume lässt sich noch erahnen, wie der Ort einmal ausgesehen haben muss. Ein bisschen Kreuzgang, ein bisschen Kapelle, hier und da noch ein Rest der alten Pracht.

Vieles ist verschwunden, manches verfällt langsam – und doch sind genügend Details geblieben, um der Fantasie ein wenig auf die Sprünge zu helfen.

Ein stiller Ort, der seine Geschichte nicht laut erzählen muss.


Ein Lost Place der etwas anderen Art

Hinter der Fassade verbirgt sich diesmal ein Lost Place mit einer etwas anderen Vergangenheit.

Wo heute verlassene Räume und verblasste Dekorationen zurückgeblieben sind, wurde früher gefeiert, sauniert und sicherlich so manches erlebt, was besser hinter verschlossenen Türen blieb. 

Bordell, Saunaclub und Partylocation – dezent war das Ganze wohl eher nicht.

Heute ist der Trubel vorbei. Geblieben sind Räume, deren Einrichtung noch ziemlich deutlich verrät, welche Art von Etablissement hier einmal zu Hause war.

Sagen wir es mal so:

Wem’s denn gefallen hat … 


Camp Konrad – ein Bau mit Fragezeichen

Von der Bevölkerung bekam das Gebäude den Namen „Camp Konrad“ – und die Geschichte dahinter klingt fast ein bisschen zu kurios, um wahr zu sein.

Im Herbst 1955 wurde mit dem Bau begonnen. Angeblich sollte die Anlage ein Geschenk für den damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer werden. Doch besonders weit kam das Projekt nicht.

Noch während der Bauphase wurden die Arbeiten wieder eingestellt. Im Raum standen Vorwürfe beziehungsweise der Verdacht auf Korruption – und aus den großen Plänen wurde nichts. Zurück blieb ein unvollendetes Gebäude und eine Geschichte, bei der sich bis heute die Frage stellt, was davon tatsächlich so geplant war und was im Laufe der Jahre zur Legende geworden ist.

Manchmal ist die Geschichte hinter einem Lost Place eben spannender als der Ort selbst.


Wenn der Stall plötzlich still ist

Ein bisschen nach Kuh und Schwein riecht es tatsächlich noch.

Aber die Ställe sind leer und längst ausgemistet. Kein Muhen, kein Quieken und auch kein Hahn, der irgendwo auf dem Mist steht und lautstark verkündet, dass er noch da ist. Wo früher Tiere versorgt wurden und der ganz normale Alltag eines landwirtschaftlichen Betriebs herrschte, ist es still geworden.

Ein paar Spuren sind geblieben und lassen noch gut erkennen, wie die Gebäude einmal genutzt wurden. Doch auch dieser Ort blieb nicht für immer verlassen. Nach einer Weile fand sich eine neue Nutzung – und damit begann für die alten Gebäude ein weiteres Kapitel.

Eigentlich schön, wenn ein Lost Place irgendwann keiner mehr ist. 


Heimschule Maria Laach – einer unserer ersten Lost Places

Jeder fängt mal klein an. ;)

Die ehemalige Heimschule Maria Laach war tatsächlich einer unserer ersten Lost Places – entdeckt haben wir sie damals eher nebenbei beim Geocaching.

Natürlich machte uns der verlassene Ort neugierig und so wurde aus der Suche nach einem Cache plötzlich noch eine kleine Entdeckungstour.

Früher befand sich hier ein katholisches Internat, in dem Schüler von der Sexta bis zum Abitur unterrichtet wurden. Als wir dort waren, lag diese Zeit längst hinter dem Gebäude. Zurückgeblieben waren leere Räume und die Spuren des früheren Schulalltags.

Damals wussten wir noch nicht, wie viele verlassene Orte wir später einmal besuchen und fotografieren würden.

Irgendwo muss die Lost-Place-Leidenschaft schließlich anfangen.