Lissabon – einfach erst einmal loslaufen
In Lissabon angekommen, machen wir es erst einmal so, wie wir es am liebsten mögen: einfach loslaufen und schauen, wo wir landen.
Schon auf den ersten Metern gibt es jede Menge zu entdecken. Enge Gassen, alte Häuser, kleine Plätze – und natürlich geht es ständig irgendwo bergauf oder bergab. Lissabon macht einem ziemlich schnell klar, dass bequeme Schuhe hier keine schlechte Idee sind.
Tag 1 – Lisboa Card oder nicht?
Beim Frühstück startet unser erster richtiger Tag in Lissabon mit der Frage:
Lohnt sich für uns die Lisboa Card oder nicht?
Wir entscheiden uns dafür und und erhoffen uns einen unkomplizierten Zugang zu den Sehenswürdigkeiten. Im Nachhinein würden wir uns allerdings gegen die Lisboa Card entscheiden. Bei vielen Sehenswürdigkeiten mussten wir uns trotzdem anstellen, um die Karte gegen ein entsprechendes Ticket einzutauschen.
Der erhoffte Zeitvorteil war damit schnell dahin.
Für uns hat sich die Karte deshalb letztlich nicht wirklich gelohnt. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.
Lissabons Miradouros – Aussicht inklusive
Was uns in Lissabon besonders gut gefällt, sind die vielen Miradouros (Aussichtsplätze), die überall in der Stadt verteilt liegen.
Der Weg hinauf kann zwar schon mal etwas Schweiß kosten, aber oben angekommen wird man mit tollen Ausblicken über die Dächer und den Tejo belohnt.
Alfama – einfach treiben lassen
Von der Baixa führt uns unser Weg weiter in die Alfama – und hier verändert sich das Stadtbild ziemlich schnell.
Die Straßen werden schmaler, es geht über Treppen und durch kleine verwinkelte Gassen immer wieder bergauf und bergab. Alte Häuser stehen dicht an dicht, Wäsche hängt vor den Fenstern und hinter der nächsten Ecke wartet schon wieder eine neue kleine Entdeckung.
Einen festen Plan brauchen wir hier eigentlich nicht. Wir lassen uns einfach treiben, biegen mal links und mal rechts ab und schauen, wo wir am Ende herauskommen.
Gerade abseits der größeren Straßen gefällt uns die Alfama besonders gut. Hier bekommt man immer wieder kleine Einblicke in den Alltag der Menschen, die in diesem Viertel leben. Nachbarn unterhalten sich auf der Straße, irgendwo klappert Geschirr und dazwischen ziehen natürlich auch jede Menge Besucher durch die Gassen.
Tag 2 – Belém und die Sache mit den Warteschlangen
Heute Morgen machen wir uns auf den Weg nach Belém.
Unser erster Stopp ist der Torre de Belém, den wir uns allerdings nur von außen anschauen. Uns reicht der Blick auf den markanten Turm und so schlendern wir weiter, vorbei an den kleinen Hafenanlagen zum Denkmal der Seefahrer.
Dort erwartet uns allerdings eine ziemlich lange Schlange – und das Ganze auch noch in der prallen Sonne. Für den Besuch wäre außerdem noch einmal zusätzlicher Eintritt fällig.
Also beschließen wir: Weiter geht’s.
Beim Hieronymus-Kloster wird es bestimmt besser. Dachten wir.
Die Schlange dort ist noch erheblich länger. Und genau hier zeigt sich wieder das Problem mit unserer Lisboa Card: Zwar ist der Eintritt enthalten, trotzdem müssen wir uns anstellen, um die Karte gegen ein entsprechendes Ticket einzutauschen.
Chiado, Pink Street und ein großer Waschbär
Anschließend fahren wir weiter Richtung Chiado, um von dort aus wieder zu Fuß loszuziehen.
Unser Weg führt uns auch durch die bekannte Pink Street. Zu dieser Tageszeit ist hier noch erstaunlich wenig los und wir können in Ruhe durch die Straße schlendern. Kaum vorstellbar, dass sich das Ganze am Abend in eine ziemlich lebhafte Partymeile verwandelt.
Lissabon hat einiges an Streetart zu bieten. Von Bordalo II stoßen wir diesmal auf den riesigen „Big Raccoon“, der aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt ist und schon allein durch seine Größe kaum zu übersehen ist.
Ein Abend im Bairro Alto
Den Tag lassen wir wieder im Bairro Alto ausklingen.
Weil es uns am Vorabend in der Trattoria Lisboeta so gut gefallen hat, landen wir kurzerhand noch einmal dort. Warum lange nach etwas Neuem suchen, wenn Essen und Wein einfach richtig gut waren?
Danach ist der Abend aber noch nicht vorbei.
Direkt nebenan geht es für uns weiter ins Manny’s Place, wo wir uns einen Teil der abendlichen Travestie-Show anschauen.
Ein unterhaltsamer, bunter und vor allem lustiger Abschluss unseres Tages – wir haben jedenfalls jede Menge Spaß.
Tag 3 – heute lassen wir uns fahren
Nach den vielen Kilometern der letzten Tage wollen wir heute mit etwas weniger Fußarbeit starten.
Also machen wir uns auf den Weg zur Anfangshaltestelle der berühmten Tram 28. Mit der alten Straßenbahn durch die engen Gassen Lissabons zu rumpeln, gehört schließlich irgendwie dazu. Und ganz nebenbei können unsere Füße eine kleine Pause einlegen.
Wir fahren bis zum Miradouro das Portas do Sol – und hier steigen wir gerne aus.
Nicht nur die Aussicht über die Dächer der Alfama und den Tejo ist wunderschön, auch der Platz selbst gefällt uns richtig gut.
Also bleiben wir einfach eine Weile.
Schauen, genießen und natürlich den Flüssigkeitshaushalt wieder auf ein vernünftiges Niveau bringen.
Bei dieser Aussicht darf das Auffüllen dann auch ruhig etwas länger dauern.
Endstation – und plötzlich wird es etwas greepy
Nach unserer ausgiebigen Pause fahren wir mit der Tram 28 weiter bis zur Endstation.
Dort liegt der Cemitério dos Prazeres, und weil wir nun schon einmal da sind, schauen wir uns natürlich auch dort um.
Zwischen imposanten Mausoleen und kunstvoll verzierten Grabstätten schlendern wir über den weitläufigen Friedhof. Ein ungewöhnlicher Ort, aber durchaus beeindruckend. Ein bisschen gruselig wird es allerdings, als wir feststellen, dass einige der alten Grabstätten nicht mehr richtig verschlossen sind oder Scheiben fehlen.
Und dann fällt der Blick plötzlich auf die darin stehenden alten Särge. Ähm ja … damit hatten wir jetzt nicht unbedingt gerechnet.
Unser letzter Abend – Festas in der Alfama
Vom Friedhof aus geht es erst einmal zurück – denn trotz unseres Plans, heute weniger zu laufen, haben wir schon wieder acht Kilometer auf dem Buckel.
Am Abend machen wir uns noch einmal auf den Weg in die Alfama. Es ist der 1. Juni und damit beginnt der Monat der Festas.
Überall werden Stände und Sitzgelegenheiten aufgebaut, die Gassen sind bunt geschmückt und aus allen Ecken duftet es nach gegrillten Sardinen und Schweinefleisch. Dazu Musik, volle Tische, Getränke und jede Menge Menschen, die gemeinsam feiern.
Natürlich lassen wir uns das nicht entgehen, suchen uns etwas zu essen und feiern ein bisschen mit.
Nur bei den Mengen an Sardinen, die hier teilweise auf den Tellern landen, können wir mit den Einheimischen definitiv nicht mithalten.
Ein lauter, fröhlicher und ziemlich leckerer letzter Abend in Lissabon – besser hätte unsere Zeit hier eigentlich nicht enden können.
Ein letzter Vormittag in Lissabon
Die Koffer sind gepackt und im Hotel untergestellt, aber unser Flieger geht erst um 18 Uhr. Also bleibt uns noch ein letzter Vormittag für Lissabon – und natürlich nutzen wir den.
Wir spazieren zum Wassermuseum. Ich hatte vorher gehört, dass es sehenswert sein soll, und das können wir tatsächlich bestätigen.
Viel gibt es zwar nicht zu sehen, aber das Wenige ist wirklich beeindruckend und den Besuch auf jeden Fall wert.
Und dann kommt sogar unsere Lisboa Card noch einmal zum Einsatz.
Satte 50 Prozent Ermäßigung!
Statt vier Euro zahlen wir nur zwei Euro pro Person.
Na also – jetzt hat sich die Karte ja fast noch gerechnet.
Das Wasser wird über ein Viadukt in ein großes Becken geleitet und dort gesammelt.
Und genau hier zeigt sich, warum sich der Besuch für uns gelohnt hat: Die Gewölbebögen spiegeln sich im klaren Wasser und erzeugen dadurch eine unglaubliche optische Tiefe.
Ein schlichtes Motiv eigentlich – aber richtig beeindruckend.
Zum Abschluss geht es noch hinauf auf das Dach des Museums, von wo aus wir noch einmal einen tollen Blick über Lissabon genießen können.
Gar nicht schlecht für unseren Zwei-Euro-Eintritt.