Wandern in der Säsischen Schweiz
Oktober 2026
Drei Wanderungen, ein bisschen Herbstliebe und ganz viel Sächsische Schweiz… 🍂
Herbsttage… das sind die, an denen morgens noch Nebel zwischen den Bäumen hängt, das Laub unter den Wanderschuhen raschelt und die tief stehende Sonne die Landschaft in dieses wunderbar warme, goldene Licht taucht. Die Luft ist frisch, die Wälder leuchten in allen möglichen Gelb-, Orange- und Rottönen und irgendwie sieht die Welt gleich ein bisschen schöner aus. Zumindest geht es mir so. Denn wenn ich mich für eine Jahreszeit entscheiden müsste, wäre es ganz eindeutig der Herbst.
So ging es für ein paar Tage mit dem Wohnmobil los um die Sächsische Schweiz in dieser Jahreszeit zu erkunden.
Zwischen mächtigen Sandsteinfelsen, schmalen Waldpfaden und Aussichtspunkten, an denen man am liebsten noch ein bisschen länger stehen bleiben würde, zeigt sich der Herbst hier von seiner schönsten Seite.
Drei ganz besondere Wanderungen haben es mir dabei angetan. Drei Touren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch eines gemeinsam haben: diese unglaubliche Landschaft, die im goldenen Herbstlicht noch ein bisschen zauberhafter wirkt.
Herbstliebe #1 Felsentor Kuhstall
Los geht es für uns mit einer Fahrt in der historischen Kirnitzschtalbahn, die uns gemütlich durch das Tal bis zum Lichtenhainer Wasserfall bringt. Von dort tauschen wir die Straßenbahn gegen unsere Wanderschuhe und machen uns auf den etwa 2,5 km langen Aufstieg zum Kuhstall.
Allein sind wir dabei allerdings nicht. Offenbar hatten noch einige andere die Idee, diesen schönen Herbsttag in der Sächsischen Schweiz zu verbringen. Aber bei diesem Wetter kann man es ihnen auch wirklich nicht verdenken.
Der Weg führt uns durch einen wunderbar bunten Herbstwald, in dem das Sonnenlicht immer wieder zwischen den Blättern hindurchblitzt und die Landschaft in warme Goldtöne taucht. Der Aufstieg ist moderat und lässt genug Gelegenheit, zwischendurch stehen zu bleiben und die herbstliche Stimmung zu genießen.
Oben angekommen wartet dann das eigentliche Highlight: der Kuhstall, ein gewaltiges natürliches Felsentor, das ziemlich eindrucksvoll zwischen den Sandsteinfelsen liegt. Natürlich nehmen wir uns ausgiebig Zeit, das Gelände zu erkunden. Schließlich gibt es hier hinter fast jeder Felsecke etwas zu entdecken.
Wer noch ein bisschen höher hinaus möchte, kann sich über die schmale Himmelsleiter weiter nach oben wagen. Dafür sollte man allerdings trittsicher und schwindelfrei sein. Ein kleines Abenteuer für alle, die mit engen Felspassagen und steilen Stufen kein Problem haben.
Nach der Erkundung gönnen wir uns anschließend in der historischen Bergwirtschaft Kuhstall eine heiße Schokolade.
Für den Rückweg nehmen wir den Fremdenweg, auf dem es über Treppen und eine Leiter wieder hinuntergeht. Anschließend wandern wir durch den herbstlichen, jetzt einsamen Wald zurück ins Kirnitzschtal zur Haltestelle Beuthenfall.
Herbstliebe #2 Prebischtor
Am nächsten Tag führt uns unser Weg mit dem Wohnmobil über die Grenze nach Tschechien, genauer gesagt nach Hřensko, einem kleinen Ort mitten in der beeindruckenden Felsenlandschaft der Böhmischen Schweiz.
Bevor wir unsere Wanderung zum berühmten Prebischtor beginnen, wollen wir uns noch das alte Gaswerk Herrnskretschen ansehen. Ein ungewöhnliches Gebäude, das so gar nicht zu den typischen Wanderzielen der Region gehört aber auf jeden Fall einen Besuch wert ist.
Anschließend soll es eigentlich ganz bequem mit dem Bus zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gehen. Eigentlich. Denn leider haben wir den gerade verpasst. Und so bleibt uns nichts anderes übrig, als die Strecke zu Fuß zurückzulegen. Das wäre grundsätzlich auch gar nicht weiter schlimm, schließlich sind wir ja zum Wandern hier. Allerdings führt der Weg überwiegend an der Straße entlang und hat mit den schönen Wanderwegen, auf die wir uns gefreut haben, erst einmal herzlich wenig zu tun.
Da die Wanderroute über Mezní Louka derzeit gesperrt ist, entscheiden wir uns für den direkten Aufstieg ab Tři prameny. Mit etwa 8 km für den Hin- und Rückweg ist das die kürzeste Variante zum Prebischtor. Allerdings geht es auf dem Hinweg ziemlich beständig bergauf. Technisch ist der Weg nicht besonders schwierig, ein bisschen Kondition sollte man für die teilweise steileren Passagen aber schon mitbringen.
Und dann stehen wir plötzlich davor. Vor diesem gewaltigen Felsentor, das so beeindruckend zwischen den Sandsteinfelsen aufragt, dass man erst einmal stehen bleibt und staunt.
Wer das gewaltige Felsentor aus nächster Nähe bestaunen, die weiteren Aussichtspunkte erkunden oder sich im historischen Ausflugsschloss Falkennest eine kleine Pause gönnen möchte, muss allerdings erst einmal Eintritt bezahlen. 5 Euro kostet der Zugang zum Gelände. Dafür kann man die beeindruckende Felsenlandschaft noch einmal aus ganz anderen Perspektiven genießen.
Zurück geht es anschließend auf demselben Weg, auf dem wir schon hinaufgewandert sind.
Kaum sind wir unten angekommen, sehen wir auch schon wieder die Rücklichter unseres Busses in der Ferne verschwinden. Das gibt es doch nicht! Da der Fahrplan leider nicht besonders aussagekräftig ist, bleibt uns erneut nichts anderes übrig, als die Strecke entlang der Straße zu Fuß zurückzulegen.
Herbstliebe #3 Basteibrücke
Manche Orte sind einfach viel zu schön, um ein Geheimtipp zu bleiben… Da kann man noch so früh aufstehen, auf leere Wanderwege hoffen und sich ein bisschen Ruhe in der Natur wünschen. Irgendjemand hatte meistens schon dieselbe Idee. Und wenn es dann auch noch um eines der bekanntesten Wahrzeichen der Sächsischen Schweiz geht, sollte man sich wohl besser gleich auf ein bisschen Gesellschaft einstellen.
Die Rede ist von der Basteibrücke.
Und tatsächlich ist dieses Bauwerk ziemlich beeindruckend. Mitten zwischen den gewaltigen Sandsteinfelsen spannt sich die steinerne Brücke über tiefe Felsschluchten und verbindet die Felsen miteinander. Ursprünglich wurde sie errichtet, um einen Zugang zur Felsenburg Neurathen zu schaffen. Die historische Felsenburg ist derzeit allerdings wegen Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Stabilität gesperrt.
Wer die Bastei ganz klassisch erwandern möchte, kann von Rathen aus aufsteigen. Die etwa 5 km lange Runde mit rund 200 Höhenmetern wird als mittelschwer eingestuft. Ein bisschen Grundkondition und Trittsicherheit sollte man also mitbringen, denn stellenweise geht es über steile Wege und zahlreiche Stufen bergauf.
Wer es lieber etwas gemütlicher angehen möchte, hat aber auch eine andere Möglichkeit. Von der Basteistraße aus lässt sich die berühmte Brücke auf einem weitgehend barrierearmen Weg erreichen. Dafür kann man den Park-and-Ride-Parkplatz bei Hohnstein nutzen und mit dem Bus weiterfahren. Für Menschen mit entsprechender Parkberechtigung gibt es außerdem einen Behindertenparkplatz ganz in der Nähe der Bastei.
Und dann steht man irgendwann tatsächlich auf dieser berühmten Brücke, umgeben von mächtigen Felswänden und einer Landschaft, die besonders im Herbst noch einmal ihren ganz eigenen Zauber entfaltet. Die Wälder leuchten in warmen Gelb- und Orangetönen, zwischen den Sandsteinfelsen blitzt goldenes Licht hindurch.
Rund um die Basteibrücke gibt es nämlich noch einige weitere Aussichtspunkte, von denen man die beeindruckende Felsenlandschaft aus ganz unterschiedlichen Perspektiven bestaunen kann. Und dafür lohnt es sich, ein bisschen mehr Zeit einzuplanen.